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Leitfaden zur Studioproduktauswahl

Einleitung

Die Wahl eines Lautsprechers oder Subwoofers aus der Klein + Hummel Studio Systems-Produktlinie richtet sich nach einer Reihe von Faktoren:

 Systemkonfiguration
 Hörabstand / Raumvolumen
 Benötigte untere Grenzfrequenz / Wiedergabepegel
 Verfügbarer Platz
 Finanzielle Mittel

Weiterhin sollte das System in sich ausgeglichen sein, d. h. eine Komponente des Systems sollte nicht schwächer als der Rest des Systems sein. Ein System mit unterdimensionierten Subwoofern wird beispielsweise nur über einen beschränkten Bassfrequenz-Headroom verfügen. Oder ein System mit kleinen rückseitigen Lautsprechern wird mit hohen Pegeln zu kämpfen haben, die nach hinten geroutet sind.

Man kann das gesamte System auch bewusst ungleichmäßig dimensionieren und dennoch dessen Ausgewogenheit bewahren: Die Nachteile sind beschränkte maximale Schalldruckpegel, der sich nach dem schwächsten Glied in der Kette richtet und/oder untere Grenzfrequenz. Das System ist aber dadurch kleiner und preiswerter. Andererseits kann man das gesamte System auch bewusst überdimensionieren und dessen Ausgewogenheit bewahren: Die Vorteile sind geringere Verzerrungen bei gleichem Wiedergabepegel, aber das System ist teurer und erfordert mehr Platz.

Ein Ausnahme hierzu stellen überdimensionierte Subwoofer dar, die sich durch geringere Verzerrungen der Bassfrequenzen und einen saubereren Klang auszeichnen.


Bass Management

Das Bass Management leitet die tieffrequente -Energie der Hauptkanäle und einen Teil oder die gesamte Energie der LFE-Kanäle (Low Frequency Enhancement, Low Frequency Effects) zu den Subwoofern des Wiedergabesystems um. Die Vorteile des Bass Managements sind:

  Subwoofer erweitert die untere Grenzfrequenz des Systems
  Höherer maximaler Schalldruck des Gesamtsystems
  Geringere Verzerrungen
  Identische Phasen-, Pegel- und Frequenzgänge der tieffrequente Anteile der Hauptlautsprecher zum LFE-Kanal
  Gleiche Kopplung der Tieftonanteile an den Raum bei allen Hauptkanälen
  Mehr Flexibilität beim Koppeln der Bassanteile an den Raum, da der Subwoofer verschoben werden kann.

Das folgende Blockdiagramm zeigt den Klein + Hummel 7.1 Channel High Definition Bass Manager™ in Kombination mit den O 810 und O 870 Subwoofern. Hinweis: Der O 800 verfügt über einen 3-Kanal Bassmanager, keinen Pegelregler und ein reduziertes Akustikregler-Set.


7.1 High Definition Bass Manager™


Hörabstand

Um den für Ihr System geeigneten Front-Lautsprecher zu finden, orientieren Sie sich am Hörabstand zu den Frontmonitoren und suchen Sie in der folgenden Tabelle mit Hilfe der Spalte “Empfohlen”das passende Modell. Wählen Sie kein Modell, bei dem der Hörabstand unter den Minimum-Werten oder über den Maximum-Werten liegt. In allen Fällen sollten die Front-Lautsprecher (inklusive des Center-Monitors) identisch sein.


Hörabstände

Produkt

Standard-Anwendung

Minimum

Empfohlen

Maximum

O 500 C

Farfield Monitoring

1.5 m (5’)

2.0 - 3.0 m (6’ - 9’)

15 m (45’)

O 410

Midfield Monitoring

1.25 m (4’) 

1.5 - 3.0 m (5’ - 9’)

11 m (33’)

O 300, O 300 D

Nearfield Monitoring

0.75 m (2.5’)

1.0 - 2.5 m (3’ - 8’)

6 m (18’)

O 110, O 110 D

Nearfield Monitoring

0.75 m (2.5’)

1.0 - 2.0 m (3’ - 6’)

 4 m (12’)

M 52, M 52 D

Nearfield Monitoring

0.6 m (2’) 

1.0 - 2.0 m (3’ - 6’)

3 m (9’)

In Studioanwendungen sollten die Lautsprecher entsprechend den ITU-R BS.775-1 Empfehlungen aufgestellt werden, um eine konsistente Reproduktion im Vergleich zu anderen Hörumgebungen sicherzustellen. Bei Filmanwendungen ist ANSI/SMPTE 202M der bevorzugte Standard für die Systemeinrichtung. Da das Material in ITU-konformen Räumen abgemischt wird, sollte man sich bei Anwendungen zu Hause dieser Konfiguration möglichst weit annähern, um die Wiedergabe-Authentizität zu maximieren.

Lautsprechername

ITU-R BS.775-1 Winkel

ANSI/SMPTE 202M Winkel

Left

-30°

-22.5°

Center

Right

30°

22.5°

Left Surround

-110°±10°

ein Array links

Right Surround

110°±10°

ein Array rechts

Für 2-kanaliges Stereo sollte man ±30° verwenden. Momentan gibt es keine internationalen Standards für die 6.1 oder 7.1 Formate. Im Allgemeinen stellt man jedoch ein oder zwei Lautsprechersysteme auf der zentralen hinteren Position eines 6.1 Systems auf. Bei einem 7.1 System platziert man normalerweise die Seitenlautsprecher in einem Winkel von ±90° und schiebt die Surround-Lautsprecher auf ±150° zurück.

Die Lautsprecher sollten im Kreis aufgestellt werden, um das gleichzeitige Eintreffen des Audios von allen Lautsprechern sicherzustellen. Andernfalls muss man geeignete elektronische Zeitverzögerungen zwischen Subwoofer und jedem Lautsprecher einfügen, um Laufzeitunterschiede zu kompensieren.


Systembalance herstellen

Die anderen Lautsprecher des Systems sollten passend zu den Hauptlautsprechern gewählt werden.

Als Rear-Lautsprecher verwendet man normalerweise das gleiche Modell wie die Front-Lautsprecher, wobei man bei eingeschränktem Platz oder Budgetverhältnissen auch durchaus auf kleinere Modelle ausweichen kann.

Die Ausgangsleistung des Subwoofers sollte zu der der Hauptlautsprecher passen oder überdimensioniert sein, um die Systemleistung im Bassbereich zu verbessern. Eine Überdimensionierung der Subwoofer-Sektion eines Systems führt zu geringeren Verzerrungen im Tieftonbereich, da die einzelnen Subwoofer bei hohen Pegeln nicht mehr so stark belastet werden.

Mehrere kleinere, entlang der Vorderwand aufgestellte Subwoofer (2 - 4 abhängig von der Breite des Raums) erzeugen eine zylindrische Bass-Welle, die sich von der Vorder- zur Rückseite des Raums ausbreitet. Dadurch verringert sich die Interaktion der abgestrahlten Bass-Welle mit der Seitenwand. Raummoden zwischen den Seiten werden weniger angeregt, der Tieftonfrequenzgang als auch die Impulshaftigkeit des Basses wird durch das reduzierte Nachschwingen verbessert. Dies nennt man ein Plane Wave Bass Array™ (PWBA™).

Die in der Tabelle aufgeführten Kombinationen garantieren ein ausgewogenes System:




Hinweise zur Tabelle:


 Die Spalte “Empfohlen” definiert die empfohlene Subwoofer-Minimallösung für ein ausgewogenes Gesamtsystem. Die Wahl eines kleineren Subwoofers beschränkt die maximale Ausgangsleistung des Systems.

 Die Spalte “Hochleistung” liefert +6 dB Headroom über der empfohlenen Subwoofer-Minimallösung. Der geringere erforderliche Wiedergabepegel bei den Subwoofern resultiert in noch weiter verringerten Verzerrungen im Bassbereich. Diese Spezifikation wird für die Wiedergabe von bassbetontem Material in großen, gut gedämpften Räumen empfohlen.

 Die Spalte “Plane Wave Bass Array™” definiert zwei bis vier Subwoofer (drei bis vier für größere Systeme), die entlang der Vorderwand aufgestellt werden sollten, um eine ebene Welle in den Raum hinein zu erzeugen. Dadurch wird die Interaktion zwischen den Seitenwänden verringert und die Basslinearität zwischen den Seitenwänden verbessert. Die Anzahl der in einem Bass Array angeordneten Subwoofer hängt von der Breite des Raums ab: Je breiter der Raum, desto mehr Subwoofer sind erforderlich.

 Wenn das System einmal auf eine höhere Kanalanzahl aufgerüstet wird, wählen Sie die Lautsprecher und Subwoofer aus der Subwoofer-Rubrik dieser Sektion.

 Die gleiche Subwoofer-Spezifikation gilt für 5.1 bis 7.1 Mehrkanalsysteme, auch wenn die Hauptkanäle breitbandig, also nicht mittels Bass Management, betrieben werden.

 Wenn der Platz für große Gehäuse nicht ausreicht, kann man einen O 870 durch zwei O 810 ersetzen.

 Man kann einen O 810 durch einen O 800 ersetzen. Er verfügt über den gleichen maximalen Ausgangspegel, einen 3-kanaligen Bass Manager und die Bässe reichen hinunter bis 27 Hz. Dies schlägt sich auch in einem niedrigeren Endverkaufspreis nieder.

 Produkte mit einem “(D)” hinter der Nummer weisen darauf hin, dass eine Version mit Digitaleingang (z. B. O 300 D) oder ohne Digitaleingang (z. B. O 300) ausgestattet ist. Stellen Sie sicher, dass die gewünschte Interkonnektivität (Quelle zum Subwoofer UND Subwoofer zu den Hauptlautsprechern) des Systems möglich ist.

 

Der O 500 C besitzt einen 20 Hz Modus. In diesem Setup ist der untere –1,5 dB Punkt von 30 Hz auf 20 Hz heruntergesetzt. Dadurch ist die Maximallautstärke im Bassbereich reduziert. Das Setup ist lediglich in linearphasiger Einstellung mit einer Latenzzeit von 100 ms vorhanden.

Systemlösung prüfen

Prüfen Sie schließlich anhand der Tabelle, dass das gewählte System die Anforderungen an die untere Grenzfrequenz und den maximalen Schalldruckpegel erfüllt. Wenn das gewählte System der Spezifikation nicht genügt, ist ein größeres System erforderlich.

Prüfen Sie auch die Interkonnektivität:
 Wenn Sie mit Analogausgängen arbeiten, wählen Sie keine “D” Versionen des Produkts (z. B. M 52, O 110 und O 300). Wenn Sie mit Digitalausgängen arbeiten in Erwägung ziehen, diese in Zukunft einzusetzen, wählen Sie die “D” Versionen des Produkts (z. B. M 52 D, O 110 D und O 300 D).

 Der O 410 ist standardmäßig mit einem Analogausgang ausgestattet, bietet aber auch einen optionalen Digitaleingang.

 Der O 500 C ist standardmäßig mit analogen und digitalen Eingängen ausgestattet.

 Die O 810 und O 870 Subwoofer bieten eine optionale Digitaleingangskarte, die die standard Analogeingangkarte ersetzt. Die Ausgänge des Bass Managers sind immer analog ausgelegt, wodurch Hauptlautsprecher der Version “D” nicht unbedingt erforderlich sind.

 Der O 800 ist nur mit analogen Ein- und Ausgängen ausgerüstet.

 Der O 900 kann den analogen Subwoofer-Ausgang des O 500 C und einen externen Verstärker (Empfehlung: Klein + Hummel KPA 2220) verwenden.

Systeme für die Filmmischung

Die obige Tabelle geht davon aus, dass alle Kanäle des Systems mit Bass Management betrieben werden – was in der Rundfunk- und Musikbranche üblich ist. In der Filmbranche werden die Hauptkanäle komplett von den Hauptlautsprechern erzeugt und nur der LFE-Kanal wird von den Subwoofern erzeugt. Weiterhin werden die einzelnen Rear-Kanäle häufig mit mehreren Lautsprechern über normalerweise halbem Hörabstand erzeugt. Jeder Kanal sollte langzeitiges Rosa Rauschen mit einem Pegel von 85 dB(C) an der Abhörposition wiedergeben.

Benutzen Sie für diesen Systemtyp die folgende Tabelle:


Anzahl und Typ von Surround-Lautsprechern pro Kanal

Front
Lautsprecher

Subwoofer nur für LFE

1

2

3

4

O 500 C

2x O 900

O 410

O 410

O 300, O 300 D

O 110, O 110 D

O 410

O 870

O 410

O 300, O 300 D

O 110, O 110 D

O 110, O 110 D

O 300, O 300 D

O 810

O 110, O 110 D

O 110, O 110 D

M 52, M 52 D

M 52, M 52 D

O 110, O 110 D

O 870

M 52, M 52 D

M 52, M 52 D

M 52, M 52 D

M 52, M 52 D

M 52, M 52 D

O 870

M 52, M 52 D

M 52, M 52 D

M 52, M 52 D

M 52, M 52 D


Auswahlmatrix für die Montage-Hardware

Unsere Produktpalette an Montage-Hardware bietet Ihnen die Bauteile, die für die Befestigung unserer Lautsprecher auf handelsüblichen Montageprodukten von Drittanbietern benötigt werden. In der folgenden Tabelle ist für jedes Produkt die Hardware aufgelistet, die für die Montage eines Lautsprechers in der gewünschten Weise verwendet werden kann.


Montage Hardware

C 15, KG 30, KG 30 W, LH 7, LH 8, LH 11, LH 25, LH 25 W, LH 27, LH 27 W, LH 28, LH 28 W, LH 29 LH 31, LH 31 W, LH 32, LH 32 W, LH 33, LH 35, LH 36, LH 37LH 38, LH 38 W, LH 41, LH 42, LH 43LH 45, LH 46, LH 47, LH 48, MA 19, REK 1

Hinweis: Montage-Hardware mit dem Zusatz "W" sind auch in der Farbe weiß erhältlich.

Die Bezeichnung “pole” in der Tabell  gibt eine vom Kunde beigestellte Distanzstange mit 35 mm (1.4”) Durchmesser an, mit der der Monitor in einem bestimmten Abstand zum Subwoofer positioniert werden kann. Aus Gründen der mechanischen Systemstabilität wird ein maximale Distanz von 65 cm (2’) empfohlen.

Empfohlene K&M Stative und Zubehör
Lautsprecher-Stative

21435 (max 35 kg)
26720 (max 35 kg)
26795

21436 (max 35 kg)
26740 (max 35 kg)

21450 (max 50 kg)
26750 (max 35 kg)
21485 (max 35 kg)
21300 (max 50 kg)
21455 (max 40 kg)
21302 (max 30 kg)
21460 (max 50 kg)
26790
Mikrofon-Stative

19900

20000 20120 20130
Tisch-Stative

22110

23200
Wandmontage

24100 (max 50 kg)
29305 (max 50 kg)

24102 (max 50 kg) 24110 (max 50 kg) 24150 (max 50 kg) 24471 (max 15 kg) 24481 (max 25 kg)
Safety

68120

68160
Rohrkralle

68610


 

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