Sennheiser

Pressemitteilung

 

21.06.2005 - Wedemark

60 Jahre Audiotechnik vom Feinsten

Was im Juni 1945 mit viel Pioniergeist und nur sieben Mitarbeitern in einem ehemaligen Universitätslabor begann, ist heute zu einem weltweit operierenden Unternehmen mit über 1600 Mitarbeitern geworden: Sennheiser feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen. Der Audiospezialist aus der Wedemark nördlich von Hannover hat sich insbesondere mit hochwertigen Mikrofonen, HF-Drahtlostechnik und Kopfhörern einen Namen gemacht; viele Innovationen auf diesen Gebieten begründen den Weltruf des Unternehmens. Zur Sennheiser-Gruppe gehören heute neben dem Mutterunternehmen Sennheiser electronic GmbH & Co. KG vier inländische und 13 ausländische Tochterunternehmen sowie das in Dänemark ansässige Joint Venture Sennheiser Communications A/S. Sennheiser electronic ist nach wie vor in Familienbesitz; neben dem Firmengründer Prof. Dr. Fritz Sennheiser, inzwischen 93, gehören der Aufsichtsratsvorsitzende Prof. Dr. Jörg Sennheiser, Karin Sennheiser und die dritte Sennheiser-Generation zu den Gesellschaftern.

  Das Labor-W-Gründungsgebäude

Labor W
"Wenn ich überlege, was aus den Anfängen geworden ist, aus dem kleinen handwerklichen Betrieb "Laboratorium Wennebostel", den ich mit sieben Mann gegründet habe...", schaut Fritz Sennheiser zurück. "...was in diesen Jahrzehnten daraus geworden ist - Sennheiser electronic, ein Unternehmen, das durch die Qualität seiner Erzeugnisse dem Namen Weltgeltung verschafft hat - ich glaube, da kann man ein bisschen stolz sein."

In der unsicheren Zeit unmittelbar nach Kriegsende sehen sich Dr. Fritz Sennheiser und sieben weitere Beschäftigte des Instituts für Hochfrequenztechnik und Elektroakustik der TH Hannover vor dem Nichts. Ihre Forschungsgebiete stehen unter Todesstrafe; wissenschaftliches Arbeiten wird unmöglich. Als stellvertretender Institutsleiter fühlt sich Fritz Sennheiser für die verbliebenen Mitarbeiter verantwortlich und gründet darum mit seinen Ersparnissen einen kleinen Handwerksbetrieb, das "Laboratorium Wennebostel" (kurz Labor W), benannt nach dem kleinen Dörfchen Wennebostel, in das das Institut der Technischen Hochschule Hannover nach einem Bombenschaden 1943 ausgelagert wurde. Die ersten Produkte des Betriebes entstehen aus den Vorräten, die die Besatzungstruppen dem Labor W gelassen haben: Der Ingenieur Fritz Sennheiser und seine Kollegen bauen Röhrenvoltmeter und verkaufen sie an Siemens Hannover. Siemens platziert gleich Folgeaufträge, und so sehen sich die Nachrichtentechniker allmählich als Hersteller immer komplizierterer Messgeräte.

Das erste Mikrofon
"Dann kam ein Glücksfall", erzählt Fritz Sennheiser. "Siemens rief an und fragte: `Können Sie uns nicht Mikrofone bauen? Unser Lieferant Henry in Österreich ist nicht mehr erreichbar.´" Fritz Sennheiser ergreift die Gelegenheit beim Schopf. Labor W baut das gewünschte Mikrofon nach, beschäftigt sich eingehend mit der Mikrofontheorie und präsentiert schließlich 1947 das erste eigene Mikrofon, das MD 2.

In den Folgejahren wächst das Angebot des jungen Unternehmens kontinuierlich. Neben Messgeräten und Mikrofonen kommen Verstärker, Gegen- und Wechselsprechanlagen, Geophone, Mikrofonübertrager und magnetische Kleinhörer ins Programm. In dieser Zeit entstehen das MD 21 (1953), eine Mikrofonlegende, die heute noch
im Programm ist, und das bahnbrechende "Tele-Mikrophon" MD 82 (1956). Mit dem MD 82 ist es erstmals möglich, Schall auf große Entfernung aufzunehmen; das Rohrrichtmikrofon geht auf ein Sennheiser-Labormuster aus dem Jahre 1949 zurück. 1957 zeigt Labor W sein erstes drahtloses Mikrofon und erschließt sich damit ein Feld, auf dem das Unternehmen in Zukunft brillieren wird.

In den Folgejahren wächst das Angebot des jungen Unternehmens kontinuierlich. Neben Messgeräten und Mikrofonen kommen Verstärker, Gegen- und Wechselsprechanlagen, Geophone, Mikrofonübertrager und magnetische Kleinhörer ins Programm. In dieser Zeit entstehen das MD 21 (1953), eine Mikrofonlegende, die heute noch im Programm ist, und das bahnbrechende "Tele-Mikrophon" MD 82 (1956). Mit dem MD 82 ist es erstmals möglich, Schall auf große Entfernung aufzunehmen; das Rohrrichtmikrofon geht auf ein Sennheiser-Labormuster aus dem Jahre 1949 zurück. 1957 zeigt Labor W sein erstes drahtloses Mikrofon und erschließt sich damit ein Feld, auf dem das Unternehmen in Zukunft brillieren wird.

Sennheiser electronic
1958 wird Labor W in Sennheiser electronic umbenannt, denn ein kleines Labor ist die Firma schon lange nicht mehr. 450 Menschen arbeiten bei Sennheiser; 90 Prozent der Erzeugnisse gehen an Industriekunden. So nutzen zum Beispiel nahezu alle namhaften Hersteller von Tonbandgeräten Sennheiser-Mikrofone. Prof. Dr. Fritz Sennheiser, der neben seiner Lehrtätigkeit an der Technischen Hochschule Hannover den Wandel vom Ingenieur zum Geschäftsmann vollzogen hat, stärkt in den 60er Jahren erfolgreich das Geschäft unter dem eigenen Markennamen. Auch das Exportgeschäft wird forciert. Mit dem Erfolg wächst auch das Unternehmen: Die Firmenbauten in Wennebostel werden beständig erweitert, in Soltau und Burgdorf werden Produktionsstätten angemietet. Mit dem MD 421 (1960) kommt ein weiterer Mikrofonklassiker heraus; 1961 stellt Sennheiser erstmals Hochfrequenz-Kondensatormikrofone vor, extrem hochwertige, rauscharme Mikrofone, mit denen sehr breitbandige Aufnahmen auch unter schwierigsten klimatischen Bedingungen entstehen.

Der erste offene Kopfhörer der Welt
Eine eher "zufällige" Erfindung läuft 1968 den überaus erfolgreichen Mikrofonen den Rang ab. Sennheiser entwickelt mit dem legendären HD 414 den ersten offenen Kopfhörer der Welt - und schafft damit den Kopfhörermarkt. Der Erfolg der Sennheiser-Kopfhörer ist so groß, dass sie rund zehn Jahre später bereits mehr als 50 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen. 1968 ist auch das Geburtsjahr des MK 12, des ersten professionellen Kondensator-Ansteckmikrofons, nur eine von vielen Neuerungen, mit denen Sennheiser wegweisende Impulse für die Drahtlosübertragung setzt.

    

1973 wandelt Fritz Sennheiser die Firma in eine Kommanditgesellschaft um und ebnet damit seinem ebenfalls technikbegeisterten Sohn Jörg den Weg ins Unternehmen: Ab 1976 ist Dr. Jörg Sennheiser Technischer Leiter. Das Unternehmen wächst stetig. 1977 kauft Sennheiser eine Produktionsstätte in Burgdorf und legt hier die Arbeit aus den inzwischen drei angemieteten Gebäuden und die Heimarbeit zusammen.

1975 zeigt Sennheiser die ersten drahtlosen Kopfhörer, wegen der damaligen Beschränkungen in der Funkübertragung mit Infrarottechnik. 1977 wird mit dem unipolar 2000 der erste Elektretkopfhörer der Welt vorgestellt. Es folgt in der Funkübertragung der erste Vielkanal-Einschubempfänger, der EM 1026 (1978). Mit dem Handsender SKM 4031-TV wird 1982 ein absoluter Drahtlosklassiker vorgestellt, während immer kleinere Taschensender und Ansteckmikrofone wie das MKE 2 ihren Siegeszug auf den Bühnen der Welt antreten und den großen Erfolg von Musicals in den 80er und 90er Jahren mitbegründen.

Die zweite Generation übernimmt
1982 übergibt Fritz Sennheiser die Unternehmensleitung an seinen Sohn, der inzwischen auch an der Universität in seine Fußstapfen getreten ist. "Im Nachhinein muss ich sagen, dass das wirklich ein geglückter Übergang war", sagt Jörg Sennheiser. "Mein Vater hat sich an die Vereinbarung gehalten und sich aktiv aus dem Tagesgeschäft zurückgehalten, soweit das als ehemaliger Patriarch überhaupt geht. Das kann ich nur mit Hochachtung ansehen."

Weiterhin investiert Sennheiser große Summen in Forschung & Entwicklung sowie Fertigungstechnologien. Als erster europäischer Mittelständler setzt Sennheiser auf die moderne SMD-Technik und stellt 1984 die gesamte Produktion auf die Verarbeitung der Kleinstbauteile um. 1985 wird durch einen Neubau die Fertigungsfläche in Burgdorf verdoppelt, auch das Firmengelände in Wennebostel wächst um ein Versandgebäude und ein Hochregallager. 1990 eröffnet Sennheiser eine dritte Produktionsstätte in Irland. In Tullamore wird die Kopfhörerfertigung des Unternehmens konzentriert - ein erster wichtiger Schritt, um das Unternehmen fit für den globalen Markt und dessen Preiskämpfe zu machen.

Bahnbrechende Produktinnovationen gibt es in den 80er Jahren vor allem im Bereich Drahtlostechnik und in einem für Sennheiser ganz neuen Geschäftsfeld, der Luftfahrt. Für Lufthansa entwickelt Sennheiser Piloten-Headsets und 1987 die aktive Lärmkompensation NoiseGard, welche die lauten Wind- und Motorengeräusche im Cockpit

zu einem großen Teil einfach auslöscht. In der HF-Technik wird 1988 die Synthesizertechnik eingeführt, womit Drahtlossysteme noch sendegenauer und frequenzagiler werden. Jetzt sind Anwendungen mit einer sehr hohen Anzahl drahtloser Mikrofone problemlos möglich.

Mit der Gründung der ersten Vertriebstochtergesellschaft beginnt Sennheiser Ende der 80er Jahre, auch auf dem Handelsgebiet aktiv zu werden. Jörg Sennheiser: "Das war sicherlich meine wichtigste Entscheidung, nicht nur Produkte herzustellen, sondern auch damit zu handeln. Und das war so erfolgreich, dass wir eine ganze Zeit lang eine Tochtergesellschaft nach der anderen gegründet haben." 1991 übernimmt Sennheiser die finanziell angeschlagene Georg Neumann GmbH, Berlin und rettet damit die Mikrofonsparte des Studiospezialisten.

Sennheiser electronic GmbH & Co. KG
1996 wandelt Jörg Sennheiser das Unternehmen in eine GmbH & Co. KG um. Er übergibt das Tagesgeschäft an eine Geschäftsführung und wechselt an die Spitze des neu gegründeten Aufsichtsrats, wo er sich intensiv um die strategische Ausrichtung des Unternehmens kümmert. 1998 gelingt mit dem Launch der evolution-Mikrofonserie ein fulminanter Wiedereinstieg ins MI-Geschäft. Im Folgejahr kommt evolution wireless auf den Markt und lässt den Umsatz mit drahtlosen Mikrofonen, die inzwischen den größten Anteil am Unternehmensumsatz haben, noch weiter anwachsen. Zu den

weiteren Produkthighlights der 90er Jahre gehören der elektrostatische Kopfhörer "Orpheus" mit Röhrenvorverstärker (1991), der als "bester Kopfhörer der Welt" Schlagzeilen macht und der erste Kopfhörer mit digitaler Infrarotübertragung, der IS 850 (1993). Auch der Drahtlos-Mikrofonklassiker SKM 5000 erblickt 1993 das Licht der Welt, 1995 folgt der erste Kopfhöher mit Funkübertragung und 1998 der weltweit erste Kinnbügelhörer mit Funkübertragung.

Im April 2000 wird in Albuquerque im US-Bundesstaat New Mexico das vierte Sennheiser-Werk eröffnet. Jörg Sennheiser: "Zur Absicherung gegen Währungsschwankungen sind wir einen Weg gegangen, den man so etwas wie `natural hedging´, natürliche Kurssicherung, nennen kann. Das heißt, dass man Schwankungen ausgleicht, indem man versucht, genauso viele Ausgaben wie Einnahmen in US-Dollar zu haben." Im Juni desselben Jahres wird am Standort Wennebostel ein hochmodernes Produktionsgebäude für Mikrofone eröffnet. Am 1. Januar 2003 betritt Sennheiser abermals Neuland: Mit Sennheiser Communications A/S wird das erste Joint Venture des Unternehmens gegründet. 2005 kommt der Lautsprecherspezialist Klein + Hummel zur Sennheiser-Gruppe.

Zu den jüngsten Markterfolgen des Audiospezialisten zählen u.a. das MKH 800 (2000), das erste Studiokondensatormikrofon, das den kompletten Frequenzbereich der neuen digitalen Audioformate mit nur einem Wandlersystem abdeckt, und das innovative Besucherinformationssystem GuidePort (2001), genauso wie der kleinste professionelle Taschensender der Welt, der SK 5012 (2001), das drahtlose Sennheiser-/Neumann-Mikrofon SKM 5000 N/KK 105 S (2002) und das erste digitale Studiomikrofon nach AES-42-Standard von Neumann (2003).

Sennheiser - Ausgezeichnet!
Innovationen haben Sennheiser weltweit berühmt gemacht - was zahlreiche Preise eindrucksvoll unterstreichen. Neben dem "technischen Oscar" der Academy of Motion Picture Arts and Sciences für das Rohrrichtmikrofon MKH 816 hat Sennheiser für seine HF-Drahtlostechnik die höchste Auszeichnung der amerikanischen Rundfunk- und Fernsehindustrie, die EMMY, erhalten. Ein Grammy für die Georg Neumann GmbH, zwei Innovationspreise der deutschen Wirtschaft für das optische Mikrofon und den gerichteten Lautsprecher AudioBeam sowie viele persönliche Auszeichnungen des Firmengründers, wie die Goldmedaille der Audio Engineering Society oder jüngst die Diesel-Medaille, zeugen von der Innovationskraft des Unternehmens. Rolf Meyer, Sprecher der Unternehmensleitung, ist sich sicher, dass das auch in Zukunft so bleibt: "Prof. Dr. Fritz Sennheiser hat mit seiner Philosophie, seinen Ingenieuren den Freiraum zum Forschen und Entdecken zu geben, das Unternehmen entscheidend geprägt. Man darf also auf weitere bahnbrechende Entwicklungen aus dem Hause Sennheiser gespannt sein."

Als einer der weltweit führenden Hersteller von Mikrofonen, Kopfhörern und drahtlosen Übertragungssystemen erzielte die Sennheiser-Gruppe mit Sitz in der Wedemark im Jahr 2004 einen Umsatz von rund 262 Millionen Euro. Der Exportanteil liegt bei 83%. Insgesamt beschäftigt Sennheiser über 1600 Mitarbeiter, davon rund 60% in Deutschland. Sennheiser operiert weltweit mit eigenen Tochtergesellschaften in Frankreich, UK, Belgien, den Niederlanden, China, Singapur, Kanada, Mexiko und den USA.

Weitere aktuelle Informationen über Sennheiser finden Sie im Internet unter sennheiser.com oder kontaktieren Sie:

Sennheiser electronic GmbH & Co. KG  
Pressereferat - Edelgard Marquardt  
Am Labor 1 - 30900 Wedemark   
Fon: +49 (5130) 600-329   
Fax: +49 (5130) 600-295   
e-Mail: marquare@sennheiser.com  

fischerAppelt Kommunikation
Clemens Thoma
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