| Sennheiser geht gegen Patentverletzer vor |
| Sennheiser wehrt sich gegen Produktpiraterie einer großen Kaffeerösterei. |
Als Axel G., Kopfhörerentwickler bei Sennheiser electronic in der Wedemark bei Hannover, den neuesten Produktkatalog einer Hamburger Kaffeegroßrösterei durchblättert, erlebt er eine unangenehme Überraschung. Neu aufgenommen im Katalog dieses Anbieters ist ein faltbarer Reisekopfhörer, der große Ähnlichkeit mit den erfolgreichen Produkten seines Arbeitgebers hat. Nicht nur das: auch eines der Patente, bei dem Axel G. Erfinder ist, ist offensichtlich verletzt worden. Die Geschäftsführung von Sennheiser electronic hat diesen Vorgang zum Anlass genommen, gegen das Hamburger Unternehmen, welches den Kopfhörer vermutlich aus Asien importiert, mit aller Härte vorzugehen.

"Bisher haben wir uns auf Aktionen gegen die asiatischen Hersteller von Kopien unserer Produkte beschränkt", so Rolf Meyer, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb bei Sennheiser, "wir hätten nicht gedacht, dass ein angesehenes deutsches Unternehmen der Produktpiraterie derart Vorschub leistet."
Wie bereits mehrfach in der Vergangenheit betonte die Sennheiser-Geschäftsführung, dass die Verfolgung der Einhaltung von Schutzrechten gerade für ein mittelständisches Unternehmen lebensnotwendig ist, seien es Patente, Gebrauchsmuster oder andere derartige Rechte. Die häufig über Jahre andauernde Entwicklungsarbeit der Ingenieure muss gegen Missbrauch sicher geschützt werden. Derartige Schutzrechte stellen für mittelständische Unternehmen einen äußerst wichtigen Faktor zur Sicherung von Arbeitsplätzen in Deutschland dar.
"Wenn Verbraucher sicher sein wollen, dass ihre Kopfhörer keine Patente oder andere Schutzrechte verletzen", so Sennheiser-Geschäftsführer Rolf Meyer, "sollten sie beim Kauf auf Markennamen wie Sennheiser achten."
Im vorliegenden Fall hatte Sennheiser auf eine Aufforderung zur Unterlassung keinerlei inhaltliche Reaktion des Kaffeeriesen erhalten. Daraufhin wurde eine einstweilige Verfügung beim Landgericht Hamburg beantragt, um den weiteren Verkauf der Produkte zu verhindern. Sennheiser-Geschäftsführer Meyer stellte klar: "Uns war immer an einer friedvollen und konstruktiven Lösung des Themas gelegen. Die fehlende Reaktion der Patentverletzers zwingt uns jetzt aber zu weiteren rechtlichen Maßnahmen."
Als einer der weltweit führenden Hersteller von Mikrofonen, Kopfhörern und drahtlosen Übertragungssystemen erzielte die Sennheiser-Gruppe mit Sitz in der Wedemark im Jahr 2005 einen Umsatz von rund 300 Millionen Euro. Der Exportanteil liegt bei 83%. Insgesamt beschäftigt Sennheiser über 1650 Mitarbeiter, davon rund 60% in Deutschland. Sennheiser operiert weltweit mit eigenen Tochtergesellschaften in Frankreich, UK, Belgien, den Niederlanden, Dänemark, China, Singapur, Kanada, Mexiko und den USA.
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