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Magic in the Air — 50 Jahre drahtlose Sennheiser-Mikrofone
18.01.2007 Wedemark

Die drahtlose Revolution nimmt sich eher unscheinbar aus: Auf der „Großen Deutschen Rundfunk-, Fernseh- und Phonoausstellung“ in Frankfurt zeigt das „Labor W“ einen leicht gewölbten, lederbezogenen Sender, taschenbuchgroß und mit silbernem Handmikrofon. Es ist August 1957, und die HF-Spezialisten um Prof. Dr. Fritz Sennheiser erklären den interessierten Besuchern ihr erstes Drahtlosmodell, entwickelt in enger Zusammenarbeit mit dem NDR. Heute heißt Labor W Sennheiser electronic, und die drahtlose Mikrofontechnik ist aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Fernsehshows, Konzerte, Filme, Veranstaltungen, Berichterstattung — lange Kabel zieht heute niemand mehr hinterher.

„Die Geschichte unserer drahtlosen Mikrofone ist eine Geschichte über gelebte Kundennähe“, erklärt Prof. Dr. Jörg Sennheiser. „und natürlich eng verwoben mit den Sendeanstalten, denn zunächst waren drahtlose Mikrofone nur für den professionellen Einsatz gedacht, für Reporter eben. Schon der NWDR hatte für den Außeneinsatz drahtlose Mikrofonsysteme im Einsatz.“ Dem ersten Sennheiser-Sender (Foto), der noch mit einer Röhre und entsprechend vielen Batterien arbeitete, ist nur ein kurzes Leben beschieden. Nur wenige Monate später, 1958, kommt das Nachfolgemodell SK 1002 auf den Markt. Dank Transistoren ist der Taschensender nicht nur erheblich kleiner geworden; Sennheiser hat jetzt in Telefunken einen starken Partner für das drahtlose Mikrofon. Beide Unternehmen vermarkten die neue drahtlose Freiheit unter dem Markennamen „mikroport“. Gesendet werden darf auf zwei von der Deutschen Bundespost freigegebenen Kanälen.

Auf den Bildschirm
In rasantem Tempo werden immer weitere technische Verbesserungen am drahtlosen Mikrofon vorgenommen, und als Sennheiser electronic 1962 das SK 1004 herausbringt, gibt es auch das erste Drahtlosmikrofon für den Amateur: Mit Mikroport Junior hört man seine eigene Drahtlosübertragung live über ein normales UKW-Radio. Auf der Mattscheibe ist das drahtlose Sennheiser-Mikrofon Dauergast bei den großen deutschen Samstagabend-Shows. Ende der sechziger Jahre machen der SK 1008 (Foto), ein charmanter Sender mit Aufsteckmikrofon, und das kleine HF-Kondensatormikrofon MKH 124/125 mit dem riesigen Frequenzumfang von 20-20.000 Hz Fernsehkarriere. Ende der 70er Jahre bringt Sennheiser seinen ersten modularen Rackempfänger heraus. Der EM 1026 hat bis zu sechs Empfängereinschübe, eine fantastische Großsignalfestigkeit, ausgezeichnete Störsicherheit und hohen Bedienkomfort.

Pssst!
Ungefähr zur gleichen Zeit kommt es zu einem technischen Quantensprung für drahtlose Mikrofone: Rauschunterdrückung heißt das Zauberwort, das das übliche HF-Rauschen der Funkmikrofone reduziert. 1979 stellt Sennheiser sein eigenes Kompandersystem HiDyn vor, zusammen mit dem neuen Sender SK 1012. Neue Kompakt-Empfänger und bewährte Empfangssysteme profitieren von der neuen „Leise“-Technik.

Lange Antennen ade…
In den achtziger Jahren kündigt sich eine neue Ära an: Die UHF-Übertragung — in Deutschland zunächst nur für Fernsehsender möglich — macht die drahtlose Tonübertragung deutlich störsicherer. Für das deutsche Fernsehen entwickelt Sennheiser 1982 und 1983 den Handsender SKM 4031 TV (Foto), den Taschensender SK 2012 TV, das Empfangssystem
EM 1036 TV und den Mini-Empfänger EK 2012 TV. Prof. Dr. Jörg Sennheiser: „Diese neue Drahtlosgeneration hatte eine so hohe Qualität und war so sicher in der Übertragung, dass man dafür sein drahtgebundenes Mikrofon bedenkenlos zur Seite legen konnte. Das VHF-Spektrum, in dem die älteren Geräte arbeiteten, war weitaus anfälliger für Störungen. Mit den neuen UHF-Modellen haben wir den Grundstein für den Erfolg der drahtlosen Sennheiser-Mikrofone in den Folgejahren gelegt.“

Um die Welt
Und dieser Erfolg wird riesig, denn die HF-Technik von Sennheiser — in Kombination mit winzigen Ansteckmikrofonen — wird wegen ihrer Zuverlässigkeit auf die Ausstattungsliste der großen Musicals gesetzt. Mit den Hits von Cats und Starlight Express zieht auch die drahtlose Sennheiser-Technik um die Welt. 1987 entwickeln die Sennheiser-Ingenieure eine Computer-Fernüberwachung für den EM 1036 — die erste ihrer Art. Toningenieure können jetzt alle wichtigen Sender- und Empfängerparameter zentral an einem Rechner steuern und ablesen.

1988 ein weiterer wichtiger Schritt: Als erstes Sennheiser-Produkt macht sich der Reportagesender SER 20 die neue PLL-Synthesizer-Technik zunutze. Damit lässt sich Mikroport vollkommen flexibel im UHF-Band einsetzen und immer größere drahtlose Multikanal-Mikrofonsysteme realisieren. 1992 und 1993 enstehen die Drahtlosklassiker SKM 5000 (Handsender), SK 50 und SK 250 (Taschensender) sowie das modulare Empfangssystem EM 1046, die später den Namen 5000er Serie erhalten. Die HiDyn plus–Technik verbessert die Rauschunterdrückung weiter.

Die Zeiten ändern sich…
Mit der neuen Drahtlosgeneration beweist sich Sennheiser endgültig als der Spezialist für anspruchsvolle Multikanallösungen. Die Zahl der parallel betriebenen Mikrofonkanäle steigt dank der ausgezeichneten Produktqualität und der minutiösen Frequenzplanung in immer schwindelerregendere Höhen. Beim französischen Nationalfeiertag im Jahre 2000 sind beispielsweise 106 Mikrofonkanäle auf Sendung — dabei ist es nur knapp 30 Jahre her, dass man sich über eine dritte freigegebene Sendefrequenz freute…

evolution wireless
Mit „evolution wireless“ schafft Sennheiser 1999 seine bislang erfolgreichste Drahtlosserie — drei Linien decken fast jede Anwendung ab, vor allem Musiker sind begeistert. Die Miniaturisierung schreitet weiter fort: Mit dem SK 5012 entsteht 2001 ein Taschensender, der das Volumen des Batteriepacks vom SK 250 aufweist. 2002 erneut ein Coup, diesmal zusammen mit Studiospezialist Georg Neumann: Die Entwickler in Berlin und in der Wedemark verheiraten einen Sennheiser-Sender mit einer Neumann-Kapsel: Das SKM 5000 N (Foto) erobert mit dem legendären Neumann-Sound die Konzertbühnen der Welt. 2004 folgt die zweite Generation von evolution wireless; 2005 und 2006 die neue Generation der 5000er Serie.

Und die Zukunft?
„Es wäre natürlich schön, wenn wir uns einfach über dieses Jubiläum und unsere neuen Spitzenprodukte wie den Handsender SKM 5200 oder den Taschensender SK 5212 freuen könnten. Aber all die Erfolge, die wir mit unserer Drahtlostechnik haben feiern können, werden gegenwärtig durch den drohenden Ausverkauf des UHF-Spektrums gefährdet“, erläutert Volker Bartels, Sprecher der Sennheiser-Unternehmensleitung. „Die Konsequenzen für den gesamten Unterhaltungsbereich wären verheerend. Für Funkmikrofone wäre dann kein Platz mehr. Kein Spektrum für drahtlose Mikrofone zu reservieren, hieße das Ende von aufwendigen Bühnenshows, das Ende von großen Produktionen, Konzerttourneen und Musicals. Vollkommene Bewegungsfreiheit auf der Bühne, wie es drahtlose Mikrofone und drahtloses Monitoring ermöglichen — das gehörte alles der Vergangenheit an. Doch ich bin Optimist und denke, dass alle Beteiligten gemeinsam zu einer vernünftigen Lösung kommen können. Und dass unsere wegweisende HF-Technik auch in Zukunft ein Garant für atemberaubende Bühnenshows ist.“

Als einer der weltweit führenden Hersteller von Mikrofonen, Kopfhörern und drahtlosen Übertragungssystemen erzielte die Sennheiser-Gruppe mit Sitz in der Wedemark im Jahr 2005 einen Umsatz von rund 300 Millionen Euro. Der Exportanteil liegt bei 82,5%. Insgesamt beschäftigt Sennheiser über 1650 Mitarbeiter, davon rund 60% in Deutschland. Sennheiser operiert weltweit mit eigenen Tochtergesellschaften in Frankreich, UK, Belgien, den Niederlanden, Dänemark, China, Singapur, Kanada, Mexiko und den USA.

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Pressrelease_01.2007.zip (MB 2,47)

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