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KOOZA verzaubert Montreal
28.06.2007 Montreal

KOOZA™ heißt die neueste Show on Tour des Cirque du Soleil®, geschrieben und in Szene gesetzt von David Shiner. Am 3. Mai 2007 war Weltpremiere unter der großen Zirkuskuppel „Grand Chapiteau“ am alten Hafen von Montreal. KOOZA ist die 20. Produktion des Cirque du Soleil und tourt nun durch die Welt – wie zwölf andere aktuelle Shows des Cirque du Soleil.

KOOZA ist eine Rückkehr zu den Ursprüngen des Cirque du Soleil, der die zwei Zirkustraditionen Akrobatik und Clown-Kunst verbindet. “Bei KOOZA geht es um menschliche Beziehungen und eine Welt voller Gegensätze, um das Gute und das Böse” sagt David Shiner. “Die Grundstimmung der Aufführung ist fröhlich, hell und offen. Die Show nimmt sich selbst nicht so ernst und es geht vor allem um Urgefühle, wir erleben dabei zum Beispiel Angst, Identität, Anerkennung und Macht.” In optischer Hinsicht ist die Show ein elektrisierendes und exotisches Spektakel voller Überraschungen, Nervenkitzel, Schauder, Wagemut und absoluter Hingabe.

Mehrere der 50 auftretenden Künstler haben in wichtigen Wettbewerben der Zirkuskunst Preise errungen, allen voran die Jongleure und Trapezkünstler. Die Show präsentiert einen absolut neuartigen Hochseilakt und ein atemberaubendes Todesrad – ein Kunststück, das der Cirque de Soleil noch nie vor großem Publikum aufgeführt hat.

Ein Interview mit Leon Rothenberg, Co-Sound Designer bei KOOZA.
 
Warum hat der Cirque de Soleil das Sanskrit-Wort KOOZA für die Show gewählt? Sind indische Elemente Bestandteil der Show?

Es gibt in der Show eine Menge indische Einflüsse, viel indische Musik und eine Ästhetik, die die Schönheit Indiens verkörpert. Der Orchesterpavillon und der Bataclan erinnern an einen indischen Königshof – er war muslimisch geprägt, hatte jedoch auch Einflüsse aus dem Hinduismus; man fühlt sich in ein historisches Hindukönigreich versetzt. KOOZA ist von einem Sanskritwort abgeleitet, das Schatztruhe bedeutet. Es gibt eine Menge indisch anmutende Musik, Tanz … . Einer der Sänger ist Inder, er hat eine Menge indische Popmusik gemacht.

KOOZA spielt im Grand Chapiteau — wie sieht dort die Bühne aus?

Es gibt zwei Hauptbühnenelemente: Das eine ist der Bataclan, der für die Auftritte und Abgänge der Künstler verwendet wird. Die zweite Ebene ist der Orchesterpavillon und die dritte Ebene ist eine Art Wachturm, in dem die Figur des Königs steht. Überall sind Baldachine. Das zweite Hauptelement nennen wir den „leeren Raum“. Es ist ein großer Baldachin, der wie eine Marionette bewegt wird, der atmet, auf die Bühne niedersinkt, sich wieder erhebt und dabei öffnet.

Was sind die besonderen klanglichen Herausforderungen?

Das Zelt ist die größte Herausforderung. Es besteht aus stark reflektierenden, kunststoffbeschichteten, wasserabweisenden Zeltbahnen – Schall wird davon zurückgeworfen wie ein Flummi. Der Lautsprecher muss sehr genau fokussiert werden, damit der Ton auch wirklich beim Publikum ankommt. Daher sind die Lautsprecher direkt auf den Rand der Sitzbereiche ausgerichtet. Die Oberkante des Line Arrays ist sozusagen direkt in Kopfhöhe der Leute in der letzten Reihe; wir versuchen, den Schall so gut wie möglich von den Dachschrägen des Zeltes fernzuhalten. Na ja, so ein gewisses Maß an Schallreflektion kann man sowieso nicht vermeiden, das ist ganz natürlich. Man versucht halt, dies so gut wie möglich zu minimieren.

In einem normalen Zirkuszelt würde man einen so hervorragenden Klang nicht erwarten.

Was wir bei einer solchen Show versuchen, ist, allen ein bisschen mehr zu bieten, als sie erwartet haben. Man versucht, die Erwartungen zu übertreffen und ein Klangerlebnis zu schaffen, das der Show entspricht und einen fesselt. Wir hoffen, dass die Leute sagen: „Wahnsinn, das war echt toll, wir hatten das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein!“ Und wir versuchen, den Ton dafür einzusetzen.

Welche der Künstler sind mikrofoniert?

Die Clowns sind mikrofoniert. Es gibt drei Hauptclowns und einen Taschendieb. Er wählt jemanden aus dem Publikum aus und klaut dieser Person alles. Und es gibt einen Presslufthammer, der mit einem MKE 2 Platinum mikrofoniert ist. Die zwei Sänger sind mikrofoniert. Teresa ist eher eine Art Soul-Sängerin und sie benutzt einen SKM 5200 Handsender mit Neumann-Kapsel. Sie hat zwei große Auftritte, einen echten Show-Stopper mit Tanz und Gesang im zweiten Akt und eine große Ballade am Ende, während der Nummer mit dem chinesischen Stuhl. Und dann ist da Tara, die indische Sängerin. Sie arbeitet mit dem SK 5212 und einem Boom Mikrofon. Ja, und dann gibt es im zweiten Akt noch die Percussion-Einlage direkt vor dem Todesrad. Das Percussion-Kostüm stellt ein Skelett dar, und der Percussionist hat an den Handgelenken je ein Mikro.

Sie benutzen auch drahtlose Monitorsysteme von Sennheiser. Bei wem werden die In-ear-Kopfhörer verwendet?

Bei Cirque du Soleil –Shows ist es oft der Fall, dass die Musiker herumlaufen: sie kommen auf die Bühne, laufen in das Publikum und nach vorne. Und jedes Mal, wenn die Musiker herumlaufen, haben wir In-ears für sie. So spielt der Drummer ein Trommelsolo auf der Bühne und benutzt dabei ein drahtloses In-ear. Teresa trägt drahtlose In-ears, weil sie herumläuft. Auch Tara nutzt während der ganzen Show einen drahtlosen In-ear-Hörer. Und während der großen Tanz- und Gesangs-Nummer im zweiten Akt trägt der Haupttänzer In-ears, damit er die Musik besser hört. Er hat sich das ausdrücklich gewünscht, damit er im Rhythmus bleibt.

Das ganze Audiosystem, angefangen von den Mikrofonen über die Kabel bis hin zu den Lautsprechern, ist wirklich großartig. Jonathan Deans, der hier mein Co-Sound Designer ist, hat das System zusammengestellt, und bisher war einfach alles großartig. Und die Jungs, die Mannschaft, sie lieben es. Sie sind mit Leidenschaft bei der Sache. Sie spielen gerne mit dem System. Für sie ist es ein tolles großes Spielzeug - und sie dürfen jeden Abend damit spielen!

Wie sieht die Frequenzsituation aus? Gab es Probleme, freie Frequenzen zu finden?

Nein, das habt Ihr doch erledigt! Sennheiser ist bei KOOZA offizieller Lieferant und hat uns die Frequenzkoordination abgenommen. Sennheiser rekonfiguriert unsere Ausrüstung auch oder rüstet nach, wenn es mit der Show nach Europa oder Asien geht, was für mich auch ein Grund war, hier mit Sennheiser zusammen zu arbeiten – es hat einfach perfekt gepasst. Ein Problem bei so einer Tour ist, dass man weit draußen ist. Man ist oft auf einem Parkplatz und der ist oft in der Nähe eines Flughafens oder Verkehrsknotenpunktes - da fliegen überall elektromagnetische Wellen rum. Von daher muss man seine drahtlose Ausrüstung auf das begrenzen, was man wirklich braucht. Vor ein paar Monaten hatten wir ein Treffen, bei dem wir unseren Bedarf an drahtlosen Geräten auf ein Minimum reduziert haben. Wir haben ermittelt, was wir für die Show brauchen, und es gnadenlos zusammengestrichen. Zu viel drahtlose Ausrüstung wird einfach zum Albtraum, wenn man auf der ganzen Welt unterwegs ist und eine Show hat, die davon abhängt. Es wird sehr schwierig, das draußen zu machen. Wir haben vier In-Ears und 10 oder 12 drahtlose Mikros, die während der Show zu unterschiedlichen Zeitpunkten verwendet werden. Und dann, glaube ich, könnten wir ein drahtloses DMX-System brauchen, und wir benötigen vielleicht noch Sachen aus anderen Produktlinien.

Wie sieht es mit der drahtlosen Ausrüstung von Sennheiser für KOOZA aus?

Für diese Show war es genau die richtige Wahl, auch wenn man sich den von Sennheiser gebotenen Service anschaut. Es war sehr viel teurer als das, was wir uns ganz am Anfang vorgestellt haben - und es war auch ein Risiko, ein neues Produkt wie das SK 5212 einzusetzen. Bevor ich die Entscheidung getroffen habe, habe ich echt eine Menge herumgefragt. Ich kannte ein paar Shows, bei denen Leute gerade angefangen hatten, sie zu benutzen, und ich habe mit denen gesprochen. „Erzähl mir was über die Batterielebensdauer, sag mir wie das Ding klingt, erzähl mir alles! Was stört Dich an dem neuen System? Was schätzt Du daran?“ Und das Feedback war einhellig ein gutes, folglich war es trotz des viel höheren Preises die richtige Entscheidung, wegen des Service, wegen des Klangs und überhaupt. Ich bin froh, dass ich das so gemacht habe. Vorher weiß man immer nicht, was die richtige Wahl sein wird – man weiß es einfach nicht. Von einem Jahr aufs nächste macht ein Unternehmen dies und ein anderes das, und es verändert sich vielleicht, und mal gibt es eine klare Entscheidung und mal auch nicht - und manchmal wird dann doch wieder etwas geändert. Man will nicht in so ein „so haben wir das immer gemacht!“ hineingeraten. Aber ich bin glücklich mit den 5212. Als wir die das erste Mal eingeschaltet haben – großartig, fantastisch! Ihr seid die Besten. Zumindest bis jetzt!

Wenn man KOOZA mit anderen Cirque de Soleil-Shows vergleicht, was war dieses Mal anders oder besonders?

Naja, ich weiß nicht so recht was anders war, aber was ich bei dieser Show besonders fand, war, dass das Creative-Team wirklich großartig funktioniert hat und alle gut miteinander ausgekommen sind. Alle haben wirklich gut zusammengearbeitet, jeder hat seine Meinung offen gesagt… Ich will nicht sagen, dass das einzigartig für den Cirque de Soleil  ist, oder dass es so etwas noch nicht gegeben hätte, weil es das ganz bestimmt schon so gegeben hat, aber für mich war es ausgesprochen angenehm, bei der Show mitzumachen. Es kam uns so vor, als wären wir ein paar Freunde, die an einer kleinen Show für ein paar Freunde arbeiten – nur, dass es der Cirque de Soleil und ein enormes Projekt war! Und David, David Shiner, der Regisseur, war Ideen gegenüber immer sehr aufgeschlossen und wollte Ideen hören, wollte, dass Du immer ehrlich sagst, was Du denkst. Jeder wollte zu allem eine ehrliche Antwort. Man wusste immer, woran man ist, was echt eine gute Sache ist. Du machst entweder so weiter, oder Du verwirfst alles und versuchst etwas Neues. Und abgesehen von der Musik gibt es noch eine Menge Soundeffekte und Ambientsounds, die spielen hier eine wichtige Rolle in der Klanglandschaft der ganzen Show und des Soundtracks. David kommt aus der Clown-Szene, und da wird alles zum Soundeffekt; überall sind Soundeffekte dabei.

Was war die lustigste Sache, die während der Proben passiert ist?

Ich weiß nicht, jeden Tag passiert etwas Komisches. Ich meine – der Regisseur ist ein Clown. Und so ist jeder Tag einfach lustig. Jeden Tag passiert etwas Lustiges und die Clowns sind einfach abgedreht. Sie haben laufend improvisiert und kamen immer mit neuen Sachen an, haben ständig an neuen Sachen gearbeitet. Ernst sind sie nie. Im Endeffekt waren sie sehr professionell, aber wir sind aus dem Lachen nie herausgekommen.

Was ist Ihre persönliche Lieblingsnummer in der Show?

Welche ich am liebsten mag? Ich hab bei allen Nummern ganz große Hochachtung. Wissen Sie, es ist schwer zu sagen, welche ich am liebsten mag. Der zweite Akt beginnt mit dem Todesrad – eine fantastische Eröffnung, der erste Akt schließt mit einem Hochseilakt, es ist unglaublich. Die Show beginnt mit den Schlangenmenschen, und für diese Art der Darbietung ist es ein wirklich ungewöhnlicher Stil – sehr aktiv, sehr dynamisch und bewegend. Der chinesische Stuhl ist einfach schön. Wir haben einen der besten Jongleure der Welt. Eigentlich kann man das nicht richtig vergleichen, weil alles so hochkarätig ist. Das Schleuderbrett am Ende – da springen die Akrobaten von einer Wippe ab – und das auf Stelzen. Das ist – Wahnsinn!

As one of the world’s leading manufacturers of microphones, headphones and wireless transmission systems, the Sennheiser Group with its headquarters in Wedemark near Hanover, Germany, had total sales of well over €300 million in 2006. Sennheiser has a total workforce of around 1,800 employees, of whom about 60% are employed in Germany. Sennheiser is active worldwide and, in addition to other partnerships, has its own sales subsidiaries in France, the UK, Belgium, the Netherlands, Denmark, India, Singapore, Canada, Mexico and the USA.

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