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| Drahtlosübertragung als Drahtseilakt |
| Mit Sennheiser-Equipment gelingt beim diesjährigen Eurovision Song Contest eine Tonübertragung an der Grenze der Machbarkeit. |
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Mai 2001: 48 Funkmikrofone und 16 IEM-Kanäle werden beim diesjährigen Eurovision Song Contest im Parken Stadion zu Kopenhagen mehr als drei Stunden lang im ständigen Betrieb sein. Dem Live-Event, das von schätzungsweise 300 Millionen Fernsehzuschauern verfolgt wird, ging eine vierwöchige Aufbau- und Probenphase voraus. Mitarbeiter des Dänischen Rundfunks, des dänischen Sennheiser-Partners Kinovox und Spezialisten aus der Sennheiser-Zentrale in Wedemark arbeiteten in dieser Zeit eng zusammen, um eine bisher einmalige Konstellation von Problemen in den Griff zu bekommen. Im Einsatz sind Sender und Empfänger der Serie 5000. Sie gelten unter Fachleuten als höchster Maßstab für Drahtlos-Übertragung und repräsentieren den Stand der Technik.
Kopenhagener Spezialitäten Der Veranstaltungsort ist eine Sportarena, deren Bühne für dieses Event mit einem Glasdach versehen wurde. Normalerweise finden Veranstaltungen dieser Art in Hallen statt, die durch massive Wände und Decken für eine gewisse Abschirmung gegenüber externen HF-Quellen wie zum Beispiel lokale Radio- und TV-Sender und Funkdienste sorgen. Diesen externen Einstreuungen sind die Funkstrecken im Parken Stadion daher praktisch „schutzlos ausgesetzt“. In einer geschlossenen Halle lassen sich die Reflexionen der Decke für die Verbreitung des HF-Signals nutzen. Diese Möglichkeit entfällt, da ein Glasdach nicht reflektiert, sondern sich gegenüber HF-Frequenzen „durchlässig“ verhält. Folge: Es kommt bei den Empfängern weniger Leistung an als dies in einem Raum mit massiver Decke der Fall wäre.
Innerhalb des Stadions wird das Geschehen auf der Bühne über 6 große LED-Bildwände übertragen. Sie stehen nicht immer an einem festen Ort, sondern können auch hin- und hergefahren werden. Diese Wände sind nicht abgeschirmt, sie erzeugen – unvermeidbar – eine Störstrahlung, dessen Signalgemisch bis in den UHF-Bereich hineinreicht. Die Störleistung einer solchen Bildwand kann ohne weiteres die Sendeleistung eines Taschensenders übertreffen. Da man die Bildwände konstruktiv nicht verändern kann, muss man mit den Empfängern so weit wie möglich auf Distanz bleiben und die Richtwirkung von Antennen optimieren, um ihrer Störstrahlung auszuweichen.
Abgesehen von diesen Besonderheiten gibt es auch bei dieser Veranstaltung die üblichen Störquellen wie zum Beispiel Racks mit digitalen Audio-Effektgeräten und Lichtsteuerungen. Die Strategie zum Trouble-Shooting kann letztlich nur auf Standard-Maßnahmen zurückgreifen:
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|  | den Störquellen aus dem Weg gehen, Abstand halten
|  | die beste Position für die Sendeantennen finden
|  | die beste Position für die Empfangsantennen finden
|  | Richtwirkungen nutzen
|  | Frequenz-Management |
Für die Zuordnung der 48+16=64 HF-Kanäle waren einerseits nationale dänische Vorschriften zu beachten, andererseits war man darauf angewiesen, Lücken zu nutzen, die andere „on air“ aktive Sender und Funkdienste übrig lassen. Die 64 Kanäle wurden schließlich in 6 Frequenz-Fenstern untergebracht, die zueinander einen ausreichend großen Sicherheitsabstand haben. Ungeachtet aller widrigen Umstände hat das System als Endergebnis eine HF-Trennung, die man als optimal bezeichnen kann.
„Frequenz-Management live“ findet noch einmal unmittelbar vor der Veranstaltung statt. Etwa 20 Reporter- und Kamera-Teams aus ganz Europa reisen an, und die meisten von ihnen sind mit Drahtlos-Equipment ausgerüstet, um „ihr“ Bild und „ihren“ Ton aus dem Stadion zu einem Ü-Wagen zu übertragen. Die Drahtlos-Technik, die hier Last-Minute-artig in die Arena und ihr Umfeld eingebracht wird, ist natürlich alles andere als koordiniert: Es ist mehr als wahrscheinlich, dass diese „Kollegen“ Frequenzen benutzen möchten, die für die Bühnenübertragung reserviert sind. Daher wird unmittelbar vor und während der Veranstaltung die HF-Situation ständig mit Analyzern überwacht. Eintreffende Teams werden darüber informiert, welche Frequenzen sie nicht benutzen dürfen. Und es soll bei früheren Veranstaltungen auch schon einmal vorgekommen sein, dass mit Hilfe der Security ein Kamera-Sender unfreiwillig „stillgelegt“ werden musste.
Das Event Über die volle Dauer der Veranstaltung von mehr als 3 Stunden sind alle 64 Funkstrecken gleichzeitig in Betrieb. Da die Acts in schneller Reihenfolge auftreten und die einzelnen Song-Beiträge kurz sind, wurde der Einsatz logistisch in 3 Staffeln unterteilt.
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|  | Staffel 1 betrifft das Equipment für die Künstler, die gerade „on stage“ sind und ihren Beitrag singen.
|  | Staffel 2 betrifft Teilnehmer, deren Auftritt als nächstes bevorsteht. Hier werden noch einmal Dinge gecheckt wie: Ist das Mikrofon eingeschaltet? Ist der IEM-Receiver eingeschaltet?
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Staffel 3 beschäftigt sich mit Künstlern, die erst später an der Reihe sind. Hier geht es um relativ langwierige Dinge wie z. B. das Einpassen der Miniatur-Mikrofone in die Haartracht, oder darum, dass das Miniatur-Mikrofon nicht von Schminke verstopft wird, was leicht passiert und oft schwer zu erkennen ist. Die Folge ist dann ein ausgesprochen „dumpfer“ Sound, der kaum zur weiteren Gesangs-Karriere des Künstlers beitragen wird. Jeder Teilnehmer bekommt aus hygienischen Gründen ein frisches Earpiece für das In-Ear-Monitoring – wobei natürlich inzwischen viele Sänger eine maßgefertigte Otoplastik mitbringen. | In der allgemeinen Nervosität passieren in letzter Minute immer wieder Pannen mit dem Equipment, die man als Ausstatter eines solchen Events erst nach Jahren der Erfahrung ansatzweise klassifizieren kann.
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|  | Steckerkabel sind verdreht oder gebrochen
|  | der Sänger hat (unbeabsichtigt) Einstellungen an seinem Taschensender oder dem IEM-Empfänger verändert
|  | Sender oder Empfänger werden versehentlich ausgeschaltet |
Gegen Eventualitäten dieser Art helfen traditionell-bodenständige Maßnahmen wie das Abkleben von Schaltern und Rändelpotis mit Tape. Abgesehen davon verläßt man sich auf die Sennheiser 5000er Serie, die ein ständiges Überwachen von Betriebsparametern wie HF-Signal, NF-Signal und Batterie-Status am Computer ermöglicht. Diese Werte werden – bei allen drei Staffeln – praktisch lückenlos kontrolliert.
Mission: possible... „Letzten Endes machen wir das nicht zu ersten Mal,“ sagt Klaus Willemsen, bei Sennheiser eine Art Red Adair für HF-Applikationen. „Das Problem ist immer: Wir proben länger als eine Woche und danach funktioniert alles immer bestens. Aber das will bei einer Live-Sendung ja keiner wissen, denn wichtig ist ja allein, dass es halt eben bei der Sendung läuft. Unter dem Strich haben wir die größten Probleme nicht mit der Technik, sondern mit der während der Live-Sendung aufkommenden Nervosität der Künstler. Da vergisst fast jeder, was er jahrelang gelernt hat, denn die Atmosphäre ist dann eben doch völlig anders. Und wenn die Sendung einmal läuft, haben wir überhaupt keine Zeit mehr, irgend etwas zu reparieren. Man sitzt da und hofft, dass die 3 Std. 20 Minuten einigermaßen zügig vorübergehen...“
Als weltweit führender Hersteller von Mikrofonen, Kopfhörern und drahtlosen Übertragungssystemen erzielte die Sennheiser-Gruppe mit Sitz in Wedemark im Jahr 2000 einen Umsatz von mehr als 380 Millionen DM. Der Exportanteil beträgt rund 80 Prozent. Insgesamt beschäftigt Sennheiser rund 1300 Mitarbeiter, davon 800 in Deutschland. Sennheiser operiert weltweit mit eigenen Tochtergesellschaften in Frankreich, UK, Belgien, den Niederlanden, China, Singapur, Kanada, Mexiko und den USA.
Weitere Informationen über : Sennheiser electronic GmbH & Co. KG Pressereferat • Edelgard Marquardt Am Labor 1 • 30900 Wedemark Fon: +49 (5130) 600-329 Fax: +49 (5130) 600-295 e-Mail: marquare@sennheiser.com
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