|
Seite 2
Irgendwo im Hals muß sie sein - die Stimme. Das Zerren und Schnarren und Pressen sorgt dafür, dass Du Deine Stimme spürst. Von hier geht sie aus, als feine Schwingung auf Deinen Stimmbändern.
Doch da ist noch mehr, im ganzen Körper ist Schwingung, im Kopf, im Brustkorb, überall. An diese Schwingungen mußt Du ran! Die Stimmbänder sind wie Saiten, die Töne erzeugen, doch für den Sound braucht man einen Resonanzraum - den eigenen Körper. Du bist Dein Instrument.
Starke Dehnung ergibt hohe Töne, wenig Dehnung tiefe Töne. Die vielen verschiedenen feinmotorischen Einstellungen der Stimmbänder sind nicht kontrollierbar und sollten auch ruhig sich selbst überlassen bleiben. Das Gehirn ist in der Lage, den Stimmbändern unterbewußt mitzuteilen, wo es tonal "hingehen" soll. Die gesungenen Melodietöne stellen sich automatisch ein, sobald das Gehirn den Zielton einwandfrei identifiziert hat und an die Stimmbänder den Befehl weiterleitet: "Erzeuge diesen Ton!"
Eine verbesserte Intonation erreichst Du nicht durch ein ständiges "nachkorrigieren" der Töne, sondern durch ein möglichst direktes uneingeschränktes Singen ohne Vorbehalte oder Befürchtungen. Wenn Du gut vorbereitet bist, genug geübt hast und Text und Melodie sicher "sitzen", dann stimmen auch im "Ernstfall" Intonation, Timing, Sound und Ausdruck.
Einzige Aufgabe der Luft ist es , die feine Schwingung der Stimmbänder zu halten - in etwa wie ein Geigenbogen die Saite in Schwingung hält. Eine ganz feine Bewegung der Luft reicht dazu aus. Du brauchst für Deine Töne, egal wie laut sie sein sollen, nur wenig Luft. Du mußt die Luft also nicht verbrauchen, sondern lernen sie zu halten. Um diese Kontrolle zu erhalten gibt es eine bestimmte Atemtechnik. Mit dieser stellt sich im Körper so etwas wie eine Luftsäule ein, an die sich die Schwingung der Stimmbänder jetzt überträgt und von dort aus schwingt dein ganzer Körper mit.
Die Bausteine der Stimme:
|