Details stecken im Dynamikbereich.
Der Dynamikbereich, der direkt mit der Abschirmung zusammenhängt, beschreibt den Unterschied zwischen den lautesten und leisesten Geräuschen (oberhalb des Grundrauschens), die Sie klar hören können, ohne ständig die Lautstärke anpassen zu müssen.
In der Praxis geht es nicht darum, wie laut oder leise Kopfhörer spielen können. Vielmehr stellt sich die Frage: „Kann in meiner Arbeitsumgebung ein kraftvoller Snare-Schlag druckvoll wiedergegeben werden, während gleichzeitig Rauminformationen, Atemgeräusche, Anschlaggeräusche von Saiteninstrumenten oder Hallfahnen hörbar bleiben, ohne die Lautstärke erhöhen zu müssen?“
Gute Kopfhörer sollten diese Kontraste bewahren. Um leise Details wahrzunehmen, sollte keine unangenehm hohe oder gar gesundheitsschädliche Lautstärke erforderlich sein. Gleichzeitig sollten lautere Passagen nicht an Klarheit und Differenzierung verlieren.
Dieser Aspekt ist etwas schwieriger zu beurteilen, da sowohl die Hörumgebung als auch die unterschiedlichen Eigenschaften offener und geschlossener Kopfhörer eine Rolle spielen. Dennoch lässt sich durchaus ein guter Eindruck vom Dynamikbereich eines Kopfhörers gewinnen.
Klicken Sie einfach hier.
Erhöhen Sie die Lautstärke niemals über ein sicheres Maß hinaus!
Konstruktionsgeräusche und Treiberprobleme
Es ist leicht, sich in technische Themen wie Frequenz-Sweeps, Abschirmung und die Erweiterung des Tiefbassbereichs zu vertiefen. Dabei sollte jedoch eine grundlegende Frage nicht vergessen werden: Funktionieren die Kopfhörer überhaupt einwandfrei?
Spielen Sie bassintensive Musik oder einen
Tieffrequenz-Test mit einer angenehm lauten Lautstärke ab. Achten Sie auf Klappern, Vibrationen, Klickgeräusche oder andere mechanische Nebengeräusche, die nicht zum Quellmaterial gehören. Diese können auf ein loses Bauteil, einen beschädigten Treiber oder sogar auf abgenutzte Ohrpolster hinweisen.
Bewegen Sie außerdem das Kabel während der Wiedergabe. Hören Sie übermäßiges Poltern, Schleifgeräusche oder tieffrequentes Rumpeln? Bis zu einem gewissen Grad lässt sich das nicht vermeiden, es sollte jedoch nicht ständig ablenken.
Klirrfaktor (THD)
Alle elektromagnetischen Wandler, also auch die Treiber von Kopfhörern, erzeugen eine gewisse harmonische Verzerrung im Signal. Da die Treiber einer eingehenden Wellenform nicht perfekt folgen können, fügen sie dem Audiosignal geringe Mengen zusätzlicher „Energie“ hinzu, die im Original nicht enthalten sind.
Dieser Effekt wird als Klirrfaktor (Total Harmonic Distortion, THD) gemessen. Er äußert sich nicht zwangsläufig als hörbares Clipping oder Verzerrung. Häufig macht er sich eher durch zusätzliche Klanganteile, mehr Fülle, eine gewisse Rauheit oder einen Verlust an Klarheit bemerkbar.
Bei den meisten hochwertigen Kopfhörern ist THD beim normalen Hören nur schwer oder gar nicht wahrnehmbar. Die veröffentlichten THD-Werte liefern zwar wichtige Anhaltspunkte, um die Auswirkungen von THD auf das Audiosignal tatsächlich beurteilen zu können, müssen jedoch Kopfhörer unter identischen Frequenz-, Pegel- und Messbedingungen miteinander verglichen werden.
Deshalb empfiehlt es sich, beim Vergleich verschiedener Kopfhörer auf diese Art von Verzerrungen zu achten und dazu einen
sauberen Sinuston im Tieffrequenzbereich zu verwenden. Dieser macht die Unterschiede zwischen einem unverfälschten Signal und den Leistungsgrenzen der Kopfhörer am deutlichsten hörbar.
Eine hervorragende Ressource, um Ihr Gehör zu schulen.
Vieles davon ist theoretisch leicht nachvollziehbar, doch ohne Kontext braucht es oft jahrelanges Gehörtraining, um diese Unterschiede sicher wahrnehmen zu können. Wir empfehlen daher ausdrücklich den
Ultimate Headphones Test von Dr. Stéphane Pigeon auf AudioCheck.net. Dort werden all diese Themen und viele weitere technisch fundiert erläutert und durch äußerst hilfreiche Audiotests veranschaulicht.
Ach ja, und laut dem Artikel verwendet er Sennheiser
HD 600 Kopfhörer. Eine gute Wahl.
Unser Rat: Führen Sie diese Tests zunächst mit Kopfhörern durch, die Sie bereits gut kennen, bevor Sie unbekannte Modelle vergleichen. So entwickeln Sie nicht nur ein besseres Gefühl dafür, wie sich die einzelnen Aspekte klanglich bemerkbar machen, sondern erhalten auch eine klare Vorstellung davon, worauf Sie achten müssen, damit Ihre Arbeit zuverlässig auf andere Wiedergabesysteme übertragen wird.
Denken Sie daran: Technische Daten sind wichtig, um die Auswahl einzugrenzen. Die Ausstattung entscheidet darüber, ob Kopfhörer zu Ihrem Workflow passen. Ob ein Kopfhörer jedoch wirklich die richtige Wahl für Sie ist, zeigt nur die eigene Hörerfahrung.